Mittwoch, 03. Oktober 2001

Wie üblich gehen wir frühstücken und wie üblich decken wir uns bei dieser Gelegenheit mit Wasser ein. Wir bestellen also das Wasser und unser Kellner setzt sich an einen Tisch, nimmt einen Rechnungsblock, und kritzelt etwas auf arabisch. Dann reißt er das Blatt Papier vom Block und gibt es Paty mit der Bemerkung, dass sie damit zum Markt gehen müsse und dort das Wasser bekäme. Nie im Leben werde ich das verblüffte Gesicht meiner Frau vergessen und wie sie "Pero porque?" (übersetzt: "Aber warum?") stammelt eher wir vor Lachen beinahe sterben - das mag jetzt zwar nicht so lustig klingen - aber die Situation und die Art wie unser Witzbold das gemacht hat war einfach umwerfend. Wir gehen noch einmal aufs Zimmer und ruhen uns aus ehe wir gegen 13:00 zum Karnak-Tempel aufbrechen. Unser Kellner will uns noch zu seiner Familie einladen und so vereinbaren, dass wir uns um 18:00 am Ausgang treffen.

Widdersphingenalee

Widdersphingenalee

Säule des Taharqa

Der Tempel ist riesig und beeindruckend - es handelt sich ja auch mit Abstand um die größte Tempelanlage Ägyptens. Wir schreiten durch die Widdersphingenallee und den ersten Pylon in den großen Vorhof. Wir besuchen den kleinen Tempel, den Ramses III für Amun, Mut und Chons errichten ließ und natürlich die Säule des Taharqa (mit einer Hohe von 21 m ja unübersehbar).

Statue des Pinodjem

 

Vor der Statue des Pinodjem posieren Ricky und Paty und danach betreten wir denChristian und ich im großen Säulensaal großen Säulensaal. Hier befinden sich ein Wald von 134 Säulen auf denen noch teilweise die Originalfarben sehr gut erhalten sind. Plötzlich hören wir ein "Pssst, pssst! One minute!" und ein Aufpasser eröffnet uns die Möglichkeit zum Opferplatz emporzusteigen.

Der große Säulensaal

die Originalfarben sind noch zu sehenDas ganze hat den Anschein des Verbotenen - tatsächlich dient die Absperrung aber eher dem Zweck später leichter Bakshish abkassieren zu können - macht aber auch nichts. Bei der ersten Stiege gehen die Priester mit den Opfergaben rauf - bei der zweiten mit leeren Händen, aber mit Sinnbildern der Götter runter.

Karnak

Erstmals treffen wir auf wirklich viele Touristen und ich suche immer wieder nach der einen oder anderen Sitzgelegenheit, denn schmerzfrei bin ich noch nicht. Allzu lange kann ich aber nirgends sitzen, da man permanent von Fliegen überfallen wird - und die sind wirklich schlimm. Sie fliegen in den Mund, die Nase und machen sich auch an den Augen zu schaffen - es ist zum wahnsinnig werden.

da wird eifrig nachgelesen

Obelisk der Hatshepsut

Der heilige See

Reliefe

Die Nadel von Thutmosis I stellt mich vor ein ernstes Problem: Wie soll ich dieses 20 m - Ding auf ein Foto bringen? Danach entdecken wir den, mit 30 m Höhe und einem Gewicht von 323 t, höchsten Obelisken Ägyptens - den Obelisken der Hatshepsut, der nur noch von der Lateran-Nadel in Rom übertroffen wird. Schließlich erreichen wir das Allerheiligste mit einer Reihe von Inschriften und den üblichen Nebenkammern.

Am Ausgang von Karnak warten wir ca. 15 Minuten während Scharen von Touristen mit Autobussen für die bald stattfindende Licht-Show herangekarrt werden. Leider taucht unser Kellner nicht auf und so fahren wir wieder ins Hotel zurück.

Das Abendessen lasse ich wieder einmal ausfallen - für mich war der heutige Tag zwar schön, aber ich will meiner Zehe nicht zuviel zumuten.

Skarabäus-Figur

???

 

 

 

 

 

 

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