Jetzt ist es traurige Gewissheit. Die Zehe am rechten Fuß schmerzt zwar nicht mehr - aber links ragt eine dicke, rote, pochende Zehe in die Luft.
Meine Reisekumpanen nutzen die Zeit um einen Geldausgabeautomaten zu suchen - wir brauchen ja wieder Geld. Der ist leider außer Betrieb, aber es geht ja auch altmodisch - in der Bank. Danach fahren sie nach Edfu, das ca. 100 km südlich von Luxor liegt. Hier fand zu pharaonischer Zeit - damals hieß die Stadt noch Tbot, der falkengeschtige Gott Horus besondere Verehrung. Interessant ist, dass hier schon im Mittelalter Zuckerrohr angebaut und exportiert wurde und dass sich das Wort "Zucker" vom arabischen "sukkar" ableitet. Wichtiger ist aber, dass hier der Horus-Tempel, der in der Zeit von 237 - 257 vor Christus errichtet wurde, befindet. |
Als sie mir am Abend - es war schon relativ spät geworden und ich hatte schon begonnen mir Sorgen zu machen - von ihren Erlebnissen erzählen, tat es mir wirklich leid nicht dabei gewesen zu sein und alles auf Video festgehalten zu haben: Zunächst sind sie ein Stück mit dem Bus und danach auf einem Pritschenwagen zum Tempel von Edfu gefahren. Das Mittagessen bestand aus Coca-Cola und Kartoffelchips. Der Tempel ist toll und ein netter Führer hat ihnen die Reliefs gezeigt. Aber das alles wird von der Heimfahrt in den Schatten gestellt: zuerst müssen sie ein gutes Stück zu Fuß gehen, dann ergibt sich die Gelegenheit auf einem Eselskarren mitzufahren, begleitet von der Dorfjugend, die ihnen zugerufen und zugewinkt hat. Wieder zu Fuß und danach mit einem öffentlichen Bus. Erst ein Polizist kann ihnen wirklich helfen. Er hält den Bus nach Luxor auf und dann geht's per Pferd ins Hotel. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|