7:30 Frühstück - natürlich im Café America. Heute scheint kein guter Tag zu sein: Bei Christian und Ricky ist das WC verstopft und bei mir macht sich meine Gicht bemerkbar (das erste Mal seit acht Jahren) - ich bin mir aber gar keiner Schuld bewusst, da ich wirklich darauf geachtet habe nichts "Schädliches" zu essen und die Blutwerte vor Urlaubsantritt waren auch in Ordnung. |
Wir überlegen, ob wir den Kamelmarkt in Birkash ansehen sollen, der sich ca. 35 km von Kairo entfernt befindet. Im Reiseführer wird darauf hingewiesen, dass die Tiere dort nicht gut behandelt werden. Wir beschließen dennoch, dorthin zu fahren und fragen im Hotel wie man dorthin käme. Der Rezeptionist sagt, dass der Markt nach Imbaba verlegt worden sei. Glücklicherweise ist zufällig der hoteleigene Taxifahrer zugegen. Wir handeln einen Preis für die Fahrt aus und brechen auf. Wenn es heißt "Sicherheitsgurt anlegen" so darf das in Ägypten durchaus wörtlich genommen werden - es handelt sich zwar um einen Sicherheitsgurt, um aber einigermaßen Schutz zu genießen muss man sich schon festhalten, da der Gurt nur lose angelegt wird - zur Täuschung der Polizisten - man könnte sich genauso gut einen schwarzen Streifen auf das T-Shirt malen). |
Wir kommen durch viele kleine Dörfer und unser Chauffeur verfährt sich zwei- oder dreimal. Dennoch kommen wir am Kamelmarkt an, ich kann nur noch humpeln. Anfangs sind die Kinder ein wenig lästig, sonst lässt man uns aber in Ruhe fotografieren. Was ist los??? Kein Mensch will Bakshish!!!! Ist heute ein besonderer Tag??? Was die Tierhaltung angeht so sind wir angenehm überrascht: Natürlich werden die Kamele nicht so behandelt wie bei uns Katzen oder Hunde aber sie werden auch nicht misshandelt (vielleicht nur weil Touristen zugegen sind??? Glaube ich aber nicht!). |
Im Hotel angekommen, bleibe ich in der Vorhalle und warte auf Ricky, Paty und Christian, die zum McDonalds etwas essen und danach ins Cafe Groopie auf Kaffee und Kuchen gegangen sind. Ich selbst habe keine Lust auf Nahrungsaufnahme - ich will nur Unmengen von Wasser.
Schließlich ist es soweit - auf zum Bahnhof. Der arme Christian kommt richtig dran: wegen meiner Behinderung muss er zwei große Rucksäcke schleppen. Aber auch die beiden Frauen schleppen ganz ordentlich, und ich ... ich fühle mich wie ein echter Araber-Macho - ich trage nichts und habe die Macht über unsere Reisekasse.
Am Bahnhof bleibt uns noch einige Zeit bis unser Zug ankommt. Paty und die anderen nutzen die Zeit um die Ansichtskarten aufzugeben und Wasser und ein paar Kekse zu kaufen. Meine Schmerzen werden immer stärker und ich kämpfe mit mir selbst: soll ich eine Tablette nehmen oder nicht? Ich habe heute noch nichts gegessen! Aber die Schmerzen! Ich nehme eine Tablette! Vollidiot!!!! Ein paar Minuten - oder waren es nur Sekunden - habe ich echt mit meinem Kreislauf zu kämpfen - Schweißausbrüche - der Lärm am Bahnhof wird noch lauter - ich fühle mich wie in einem Film und warte nur noch darauf umzukippen. Aber Gott sei Dank geht alles rasch vorüber. |
Als wir in den Zug steigen fühlen wir uns in eine andere Klimazone versetzt: die Klimaanlage ist so stark eingestellt, dass wir sogar unsere Pullover aus dem Gepäck holen. Ich wechsle mein total durchnässtes T-Shirt und wir drehen die Klimaanlage zurück. Das Abteil ist sauber und sehr geräumig, ich lagere meinen Fuß hoch und wir schlafen ein. |
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