Freitag 28. September 2001

Um ca. 6 Uhr weckt uns der Zugbegleiter, bringt uns Frühstück und kassiert auch gleich. Auf unsere Frage, wie lange es noch dauert bis wir in Luxor ankommen, meint er noch ca. 30 Minuten. Außerdem versucht er in verstümmeltem Englisch etwas zu erklären. Alles was wir verstehen ist, dass wir die Uhren um 1 Stunde zurückdrehen müssen. Verwunderung macht sich breit, weil wir zuerst dachten, dass wir eine Zeitzone überschritten hätten. Das ist natürlich Unsinn; später sollten wir erfahren, dass in die Nacht in Ägypten wieder von der Sommer- auf die Normalzeit umgestellt wurde.

Wir machen uns gemütlich ans Frühstück. Als der Zug hält stört uns das nicht weiter: Luxor erreichen wir ja erst in ca. 30 Minuten. Als ich aber so aus dem Fenster sehe, fällt mir eine Tafel auf, auf der in großen Lettern LUXOR geschrieben steht.

Panik!!!!!! Hektik!!!!!!

Außer mir packt jeder zwei oder drei Rücksäcke, die übrigen Sachen werden rasch in irgendeine Tasche oder einen Rucksack gestopft. Ricky leert sich den noch heißen Tee über die Hose - aber wir schaffen es doch noch den Zug zu verlassen.

Wir sind müde und dreckig und werden sofort nach Verlassen des Zuges mit Hotelangeboten gequält. Unser Ziel steht aber fest: das "Mina Palace".

Im Hotel angekommen, es ist ca. 6:30, versucht man uns auch eine Tour zu verkaufen. Ein schlechter Zeitpunkt um Geschäfte zu machen!

Der Page - nun ja - vielmehr ein älterer Herr mit langem weißen Galabiyyas (ähnlich einem langen Kleid) und Turban bringt uns aufs Zimmer, gibt sich aber mit dem Trinkgeld nicht zufrieden. Die Zimmer sind sehr schön: vom Balkon aus hat man einen Blick auf den Luxor-Tempel und den Nil. Ein wirklicher Augenschmaus (auch wenn man von Tempel nicht allzu viel sieht). Ich werfe mich ins Bett, weil meine Schmerzen immer noch sehr stark sind während Paty auf den Balkon geht. Nach ein paar Minuten kommt sie lachend mit einem Säckchen Erdnüssen zurück: unglaublich; sogar am Balkon verkaufen sie dir etwas; der Verkäufer vom Gewürzstand hat meiner Frau einfach die Erdnüsse hochgeworfen. Es ist auch sehr interessant das Leben auf der Strasse zu beobachten.

Sonnenuntergang in Luxor

Nach einer Pause gehen alle außer mir etwas essen. Dank meiner Krankheit habe ich endlich wieder Zeit ein Buch zu lesen - "Hundert Jahre Einsamkeit" von Gabriel García Márquez. Der Tag steht für alle im Zeichen des Faulenzens, denn nach dem Essen wird geschlafen. Um 18:30 geht die Bande schon wieder essen und kommt danach mit drei Bieren (Stella) wieder zurück. Aber sie haben auch etwas für mich mitgebracht - welch Freude - welch literarischer Hochgenuss - endlich seriös recherchierte Berichte - sachlich aufbereitet - und das auch noch auf deutsch - eine BILD-Zeitung!!!!!!!!!!

Der Tag ist gelaufen - ich hoffe inständig, dass ich am nächsten Tag wieder einsatzfähig bin.

 

 

 

 

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